DAKOTA BAR

Knut Wolfgang Maron, Detail, Fotografie

DAKOTA BAR – Knut Wolfgang Maron

8. März – 5 Mai 2013

Vernissage am Freitag, dem 8. März 2013 um 18:00
Midissage und Künstlergespräch am Freitag, dem 12. April 2013 um 18:00

Britischer Abend am 26. April um 18:00 mit
Filmvorführung und Vortrag
Drowning by Numbers – Peter Greenaway

in Kooperation mit dem Filmkunstfest MV
und der Deutsch-Britischen Gesellschaft MV

Die Galerie AG für zeitgenössische Kunst, Schwerin, zeigt ab dem 8. März Dakota Bar mit Werken von Knut Wolfang Maron aus den Zyklen Dakota Bar, barns and rotten cars und Von Profanem und Heiligem. Es ist die die subjektive, persönliche Betroffenheit, die aus einem Objekt einen Gegenstand von sakraler Bedeutung oder alltäglicher Bellanglosigkeit macht. Maron hinterfragt in seinen Arbeiten diese Ambivalenz und irritiert auf diese Weise bewusst den kulturellen Kontext des Betrachters. Durch das Augenmerk des Künstlers verwandelt sich Profanes zu Heiligem und umgekehrt.

In seinem Zyklus Dakota Bar, barns and rotten cars wendet Knut Maron die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die abstrakte Schönheit verfallender Scheunen und Automobile Amerikas. Im Gegensatz zu den Ikonen der amerikanischen Photographie wie Walker Evans oder Stephen Shore wählt er die direkte Nahsicht und verzichtet so bewusst auf das Pathos einer weiten, amerikanischen Landschaft. Den vergehenden, ehemaligen „Cruisern“ der 50er und 60er Jahre fehlt daher jedwede pittoreske Nostalgie. Vielmehr fokussiert Maron den Blick auf die Ästhetik von Strukturen und Farben verrostender, ausbleichender, geborstener Oberflächen und raumgreifender Vegetation. Die Form einer Scheune, den Kühler eines Fords oder das weggeworfene Ladenschild DAKOTA BAR verankern assoziativ die Komposition in Amerika. Susan Sontag schrieb in ihren Essays „On Photography“, dass die Photographie die amerikanische Ungeduld mit der Realität zum Ausdruckt brächte. Marons Kompositionen sind fern von flüchtigen „Schnappschüssen“. Sie bieten einen entschleunigten, sehr europäischen Blick auf die Vergänglichkeit des Amerikanischen Traums.

„Das Universum Knut Marons überrascht weder durch befremdende Formen noch durch neue Sujets. Seine tiefgreifende Andersartigkeit ist nicht mehr Ergebnis eines Abweichens von den bisher zulässigen Grenzen der Kunst. Sie resultiert vielmehr aus einer meditativen Rückkehr der Kunst zu sich selbst, aus einer Vertiefung ihrer zeitlosen Wahrheiten.“

Jean-Claude Lemagny

Knut Wolfgang Maron studierte an der Folkwangschule in Essen in der Klasse Prof. Dr. Otto Steinert und Prof. Erich vom Endt gemeinsam mit Gosbert Adler, Joachim Brohm und Andreas Gursky. Wesentliche Prozesse der Auseinandersetzung unter den Folkwangschülern spielten sich dabei im Farblabor der ersten, von Erich vom Endt an einer deutschen Hochschule, konzipierten professionellen Farbfotoabteilung ab. Erste Farbarbeiten Marons von 1979 stellte Ute Eskildsen bereits 1981 im Museum Folkwang aus. Knut Maron erhielt neben zahlreichen Stipendien und Preisen bereits 1993 den Leopold Godowsky Jr. Award für Farbfotografie des Photographic Resource Centers, Boston USA. Knut Maron ist in zahlreichen Sammlungen vertreten u.a. im Museum Folkwang, Essen im Museum Ludwig, Köln in der Staatsgalerie Stuttgart , dem Maison Européen de la Photo , Paris der Bibliothèque Nationale de France, Paris, dessen Direktor der Photoabteilung, Jean-Claude Lemagny, obiges Zitat zu Marons Bildern über Landschaften verfasste.

Derzeit ist im Staatlichen Museum Schwerin ebenso die große, retrospektive Ausstellung „Ein Leben“ – Knut Wolfgang zu sehen.